Unter Bedingungen von Enge und Mangel im Jugendgefängnis
Wie junge Inhaftierte mit grundlegenden Dilemmata des Ortes umgehen
Wie lassen sich die Prozesse und Wirkungen eines Freiheitsentzugs verstehen, die aufgrund der offiziellen Funktion des Gefängnisses als Ort der gesellschaftlichen Bestrafung verdeckt sind? Stephanie Schiller sucht im hoch verregelten Jugendgefängnis nach Möglichkeiten von Bewegung und schärft den Blick für subtile Produktivitäten. Dazu legt sie die abgeschlossen-opake Lebenswelt junger Inhaftierter Schicht für Schicht frei und schafft eine dichte Beschreibung grundlegender Widersprüchlichkeiten des Lebens in Haft. Die eindrücklichen und differenzierten Schilderungen machen die Selbstbezüge und die alltägliche Sozialität im Gefängnis lebendig und veranschaulichen die Mehrdimensionalität einer spezifischen Lebenswelt.

