Unsicher in der eigenen Stadt

Warum Politik und Gesellschaft versagen und wir handeln müssen – Lösungen für mehr Sicherheit in Städten

Spätestens die Stadtbild-Debatte von Kanzler Merz wirkte wie ein Brennglas: Sie zeigt, wie sehr sich Deutschland davor scheut, Probleme klar zu benennen - und sie entschlossen zu lösen.

Alina Cara Beyer, Journalistin und Stadtbewohnerin, verbindet persönliche Erfahrungen mit Zahlen und Fakten. Sie schildert, was ihr als Frau im öffentlichen Raum begegnet, besonders im Nahverkehr, und welche Strategien sie entwickelt hat, um sich zu schützen. Parks, Schwimmbäder oder nächtliche Heimwege meidet sie wie viele andere Frauen. Die Angst vor Belästigung oder K.-o.-Tropfen gehört für viele längst zur Realität.

Zugleich beschreibt sie Zustände, die alle betreffen: vermüllte Innenstädte, verwahrloste Bahnhöfe, Drogenreste auf Spielplätzen, abgesagte Volksfeste aus Sicherheitsgründen. Beyer argumentiert, dass Migrationspolitik nur ein Teil der Lösung ist. Auch Stadtplanung, Baupolitik und Instandhaltung verschärfen vielerorts die Lage. Gedimmte Beleuchtung, abgebaute Mülleimer und zögerliche Sicherheitskonzepte senden das falsche Signal.

Ein Blick ins Ausland zeigt: Vieles wäre lösbar. Warum funktionieren saubere und sichere Innenstädte anderswo besser? Was wiegt schwerer - Datenschutz oder Sicherheit? Und wo bleibt das versprochene Sondervermögen für die Städte?

Das Buch bleibt nicht bei der Kritik stehen. Es analysiert strukturelle Schwächen, entwickelt konkrete Lösungsansätze und stößt eine überfällige Debatte über Sicherheit, Lebensqualität und Vertrauen im urbanen Raum an.

août 2026, env. 240 pages, Allemand
Gräfe und Unzer
978-3-7589-0403-5

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