<p>Im Jahr 2018 kündigten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bremen einen härteren Umgang mit Rohheitsdelikten an, der überregional für Diskussionen sorgte. Diese interdisziplinäre Untersuchung untersucht anhand einschlägiger Strafverfahrensakten umfassend die Ursachen und die Beweggründe für die (gezielte) Überbewertung bei Rohheitsdelikten und erklärt die Wirkmechanismen dieser Praxis mit den verfügbaren kriminologischen und psychologischen Ansätzen. Auf dieser Grundlage problematisiert sie anschaulich die kriminalpolitische Brisanz eines generalpräventiv motivierten Kurswechsels und zeigt dessen Wirkungslosigkeit im Kampf gegen vermeintliche Tötungsdelikte.</p>