Jenseits des Kapitalismus

Zur Neukonzeption einer postkapitalistischen Gesellschaftsordnung

Dass es so nicht weitergehen kann, ist vielen klar. Aber was ist die Alternative? Im vergangenen Jahr legte Aaron Benanav in der New Left Review einen viel beachteten Essay vor, der sich deutlich von klassischen wie auch neueren Planungsentwürfen absetzt und nun erstmals auf Deutsch erscheint. Statt an die zentralistische Steuerung früherer Planwirtschaften anzuknüpfen oder marktsozialistische Modelle zu variieren, stellt Benanav die Frage nach den Zielen wirtschaftlicher Organisation neu. Weder Preise noch Algorithmen oder Effizienzkennziffern sollen im Zentrum stehen, sondern eine bewusste gesellschaftliche Entscheidung darüber, was produziert wird - und wozu. Theoretisch positioniert sich der Text zwischen Keynes und Marx: Er teilt die Diagnose langfristiger Nachfrage und Investitionsschwäche sowie die Tendenz zu Stagnation, hält keynesianische Lösungen jedoch für unzureichend, da sie die Grenzen kapitalistischer Entwicklung nicht überwinden. Zugleich knüpft er an marxistische Krisenanalysen an, löst sich aber von deren klassischen Erklärungen und entwickelt eine eigenständige Perspektive. Ein bedeutender Beitrag zur Neubestimmung einer postkapitalistischen Ordnung. Der Text ist in der deutschen Übersetzung um ein konkretes Konzept der Umsetzung erweitert, ein Plan, der deutlich macht, dass es sich hier keinesfalls nur um eine gute, aber wenig praxistaugliche Theorie handelt. Aaron Benanav, geb. 1983, ist Wirtschaftshistoriker und Assistant Professor am Department of Global Development der Cornell University (Ithaca, New York). Er schreibt unter anderem für The Guardian und die New Left Review. Zuletzt erschien von ihm 'Automatisierung und die Zukunft der Arbeit' (2021).

septembre 2026, env. 192 pages, Allemand
Dietz Verlag Berlin GmbH
978-3-320-02446-8

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