Fortschritt
Über Jahrhunderte prägte eine zentrale Überzeugung das Selbstverständnis der westlichen Gesellschaften: dass die Zukunft besser sein kann als die Gegenwart. Fortschritt wird verstanden als Verbindung von wissenschaftlicher Erkenntnis, technischer Innovation, wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Freiheit und bildete das Fundament dieser Erzählung. Heute ist dieses Zukunftsnarrativ jedoch brüchig geworden. Seit den 1970er-Jahren dominieren zunehmend Krisendiagnosen, Skepsis gegenüber Technologie und Zweifel an der Gestaltbarkeit der Zukunft. Das Buch untersucht diese Entwicklung und fragt, welche Folgen der Verlust einer positiven Fortschrittserzählung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat. Ulrich Machold zeichnet die historische Entstehung des Fortschrittsgedankens von Aufklärung und Industrialisierung bis zur Gegenwart nach und analysiert die Gründe für seine Krise & von den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts über technologische Ambivalenzen bis hin zu kulturellen und politischen Verschiebungen. Zugleich zeigt der Band, dass gerade die Gegenwart von tiefgreifenden technologischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt ist, die neue Chancen eröffnen. Anhand zahlreicher Beispiele aus Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie entwickelt er die Perspektive einer modernen Fortschrittserzählung, die Wohlstand, Freiheit und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit miteinander verbindet. So versteht sich das Buch als Plädoyer für eine erneuerte Idee des Fortschritts als kultureller Motor, politisches Projekt und notwendige Orientierung für die Zukunft demokratischer Gesellschaften.
Kohlhammer
978-3-17-048073-5

