Commander aujourd'hui : Schweizerische Zivilprozessordnung (Art. 1–352 ZPO sowie Art. 400–408 ZPO)

Erfüllende Melancholie

Du wanderst allein durch die leeren Straßen dieser trostlosen Stadt. Die Nebelfelder ziehen verschwommen durch die Parks und senken sich über die kalten Teiche. Einige Enten schwimmen durch das trübe Wasser. Du sitzt auf einer alten Bank und betrachtest die fallenden Blätter, die der Herbstwind von den Bäumen löst. Seit wann hat die Einsamkeit dein Leben erfüllt? Du hast sie liebgewonnen wie eine Geliebte. Sie ist beständiger als jede Beziehung. Du magst das solitäre Leben, auch wenn du es niemals zugeben würdest, aber es ist eine Tatsache. Bücher lesen, Bilder von Malern zu betrachten. In Buchläden nach Raritäten zu stöbern, über Literatur zu reden. In diesem experimentellen Roman verwendet Johannes Kunz die selten verwendete zweite Form des Singulars. Die Erzählperspektive führt zu einer direkten Einbeziehung des Lesers. Durch die Du- Form werden die Grenzen zwischen Erzähler, Protagonist und Leser fließend. Es wird die Frage nach der Identität aufgeworfen, die selbst im Text anklingt. Die Form erweist sich als sprachlicher Ausdruck eines Experiments und vermittelt eine authentische Erfahrung direkt an den Leser. Der Roman ist eine genaue Beschreibung des Seelenzustandes des Protagonisten.

février 2026, 112 pages, Allemand
Engelsdorfer Verlag
978-3-69095-116-6

Autres titres sur ce thème