Drogenkonsumraumarbeit
Vor über 30 Jahren öffneten die ersten Drogenkonsumräume in Deutschland als entkriminalisierte Orte für den Konsum illegalisierter Substanzen und zentrales Element akzeptanzorientierter Drogenhilfe. Über Schlagworte wie Safer Use oder Harm Reduction werden sie vor allem im Zusammenhang mit Erhaltung von Gesundheit betrachtet. Eine wissenschaftliche Fundierung ihrer Arbeit steht dagegen noch aus. In diesem Heft wird aus sozialwissenschaftlicher und -arbeiterischer Perspektive auf den Status quo geschaut - unter Berücksichtigung von Perspektiven kritischer Sozialer Arbeit auf ihre Potenziale wie auch einer Kritik an der Sozialen Arbeit selbst. Drogenkonsumräume werden als 'verpasste Gelegenheiten' sichtbar, die vor allem gesundheitsbezogen und ordnungspolitisch gerahmt werden, nicht aber von ihrer Verfasstheit als soziale Räume, in denen Aneignung durch die Nutzer*innen stattfindet. Aus deren Perspektive sind diese Räume vor allem in ihrer sozialen Funktion bedeutsam. Dabei werden auch internationale Entwicklungen sichtbar gemacht, wie beispielsweise der aktuelle drogenpolitische Ansatz in der Schweiz.
Westfälisches Dampfboot
978-3-98634-019-3

