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Die Whig-Interpretation der Geschichte

Herbert Butterfield hat mit seinen Thesen zur Geschichtstheorie bleibende Aufmerksamkeit erregt. Sein Essay 'The Whig Interpretation of History' (1931) avancierte in der angelsächsischen Welt zu einem Klassiker und prägte die stehenden Begriffe 'Whig history' und 'Whiggism'. Butterfield kritisiert die allgemeine Tendenz, historische Tatsachen nach dem Maßstab der Gegenwart zu interpretieren und mit entsprechenden moralischen Werturteilen zu bedenken. Die Standardform des erzählten Geschichtsverlaufs sei die des liberal eingestellten nordatlantischen Protestanten und seiner weltanschaulichen Überzeugungen. Geschichte werde stets nach einem seit Jahrhunderten etablierten und kaum jemals reflektierten kulturellen Apriori gelesen, das der Geschichtswissenschaft eine eigene disziplinäre Matrix verweigere und ihr stattdessen ein politisches Auffassungsparadigma unterschiebe. In seinem Essay untersucht Butterfield, fachwissenschaftlich fundiert, die Allerweltsweisheit, dass es die ideologischen Gewinner sind, die die Geschichte schreiben. Gerade das fachliche Fundament und das akademisch Anspruchsvolle seiner Thesen macht Butterfields Wortmeldung dabei besonders interessant. Der Band bietet die erste deutsche Übersetzung von Butterfields Kritik der Geschichtstheorie, die derzeit in der historiographischen Debatte wieder verstärkt diskutiert wird.

mars 2026, 104 pages, Philosophische Bibliothek, Allemand
Meiner Felix Verlag GmbH
978-3-7873-5107-7

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