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Die Nordstadt von Karakorum

Archäologische Spuren der Kirche des Ostens und interkulturelle Kommunikation in der altmongolischen Hauptstadt

Aufstieg und Fall des Mongolischen Großreiches sind wichtige Zäsuren der Weltgeschichte. Die mongolischen Eroberer schufen in kurzer Zeit ein riesiges Reich, das vom Osten Europas bis an den Pazifik reichte. So entstand Raum für interkulturelle Begegnungen zuvor unbekannten Ausmaßes. Ein Ort dieser Begegnungen war die mongolische Hauptstadt Karakorum. Nach ihrer legendären Gründung durch Dschinghis Khan wurde sie unter seinen Nachfolgern ausgebaut und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum, an dem die mongolischen Herrscher mit ihren Untertanen und Vasallen aus allen Teilen der Welt zusammentrafen und so ihre imperiale Macht demonstrierten. Die Blüte der Stadt währte kaum 160 Jahre, nur 40 davon diente sie als regelmäßige Residenz des mongolischen Großkhans. Doch aus dieser kurzen Zeit ist eine faszinierende Fülle historischer und archäologischer Quellen überliefert. Seit dem Jahr 2000 wird die Stadtruine von mongolischen und deutschen Archäologinnen und Archäologen gemeinsam erforscht. Hendrik Rohland legt mit diesem Band die Auswertung einer mutmaßlichen Christlich-Nestorianischen Kirche am nördlichen Stadtrand vor und bettet die Befunde in den historisch-archäologischen Kontext der Stadt Karakorum, des Mongolenreiches und der Kirche des Ostens ein. Ausgehend von dieser Fallstudie diskutiert er, welche Funktionen die Stadt Karakorum für die nomadische Elite und ihre sesshaften, teils aus großer Entfernung angereisten Untertanen erfüllte und ordnet sie in den Kontext urbaner Entwicklungen auf dem mongolischen Hochplateau ein.

décembre 2025, 424 pages, Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen, Bd. 21, Allemand
Harrassowitz Verlag
978-3-447-12311-2

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